Heute kommen noch vier Beschäftigte für einen Senioren auf. Da aber zu wenig Kinder geboren werden - durchschnittlich 1,3 Kinder je Frau - und die geburtenstarken Jahrgänge allmählich das Rentenalter erreichen, müssen immer weniger junge Leute immer mehr alte Menschen ernähren. Dieser Sachverhalt führt auch dazu, dass die staatliche Rente kontinuierlich sinkt. Liegt sie im Moment noch bei durchschnittlich 65 Prozent des letzten Nettoeinkommens, werden es in einigen Jahren vermutlich nur noch um die 40 Prozent sein. Die gesetzliche Rente wird also nicht mehr ausreichen, einem Menschen einen angemessenen Lebensstandard auch im Alter zu gewährleisten.
Altersarmut nimmt anscheinend heute schon zu: Studien zufolge verdienen sich immer mehr Rentner mittels eines 400-Euro-Jobs oder ähnlicher Tätigkeiten etwas zur Rente hinzu. Allerdings bleibt bei einer solchen Statistik auch die Frage offen, ob manche alte Menschen einfach nur deshalb arbeiten, weil sie noch zu fit fürs "alte Eisen" sind. Nichtsdestotrotz sprechen die demografischen Zahlen für sich: Die staatliche Rente wird nicht mehr ausreichen. Man muss in jungen Jahren selbstständig Rücklagen für das Alter bilden. Fachleute reden auch bei der Altersvorsorge von den "3 Säulen": gesetzliche Rente, betriebliche Rente sowie private Rentenverträge und Kapitalanlagen.
Gerade die private Vorsorge, etwa in Form von Riester- oder Rüruprente bzw. die Kapitallebensversicherungen, nehmen an Relevanz zu. Bei den genannten privaten Rentenverträgen erhält der Sparer eine zusätzliche staatliche Förderung, die sich durchaus lohnt. Wer riestert, bekommt zusätzlich 154 Grundzulage pro Jahr sowie für jedes nach 2008 geborene Kind noch einmal 300 Euro. Allerdings sind nur Personen zulageberechtigt, die in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Die Zulagen erhält man auf Antrag. Diesen muss man jedes Jahr neu stellen - also rechtzeitig daran denken, den Antrag auszufüllen und abzuschicken. Meist erinnert aber die Gesellschaft bzw. die Sparkasse, bei welcher man den Vertrag abgeschlossen hat, rechtzeitig daran. Sparer müssen genau überlegen, wie sie ihr Geld anlegen wollen. Aktienfonds weisen zwar eine wesentlich höhere Rendite auf als traditionellere Sparformen, haben allerdings auch ein wesentlich höheres Risiko. In der Regel empfehlen gute Berater Mischformen in puncto Kapitalanlagen: Ein Teil des Geldes wird klassisch zu festen Zinsen angelegt und ein weiterer Teil in Aktien investiert. So erhöht man die Rendite, aber minimiert das Risiko.
Die Zahl der abgeschlossenen Riester-Verträge ist seit der Einführung der privaten Rente stark gestiegen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales meldete für das 1. Quartal 2011 insgesamt 14,6 Millionen Verträge.
